Mancala - das vielleicht älteste Brettspiel der Welt

26.02.2009 16:18

KalahaKalaha

Nun ja, nachweisen lässt sich das nicht, immerhin soll dieses außergewöhnliche Spiel schon vor über tausend Jahren in Persien erwähnt worden sein. Aber selbst wenn das nur eine der gut gepflegten Legenden unserer Zeit ist, ist Mancala doch ein aufregendes, modernes und leicht zu erlernendes Strategiespiel mit langer Tradition.

Mancala ist eigentlich ein Oberbegriff für die im Folgenden beschriebenen Spiele, die in der Regel von zwei Personen gespielt werden. Die Spielsteine, in Mulden liegend, können Kiesel, Glasmurmeln, Bohnen oder Ähnliches sein. Meist besteht das Spiel aus zwei Muldenreihen.

Mancala

Es existieren über eintausend traditionelle und neuzeitliche Mancala-Varianten. Die meisten sind nicht zufällig aus ärmeren Regionen der Welt bekannt, denn um ein Mancala-Spiel zu spielen, braucht man nicht viel. So kann man es prima am Strand spielen, indem man zweimal sechs Mulden im Sand aushebt und Muschelschalen als Spielsteine benutzt.
Auf der anderen Seite sind im Spielwaren-Handel praktische, zusammenklappbare oder auch kunstvoll geschnitzte Holzspielbretter erhältlich.

In der westlichen Welt ist das Spiel leider ein wenig in Vergessenheit geraten, vielleicht weil es so einfach ist. Vielleicht auch weil wir hier mit einer Vielzahl von modernen Strategiespielen, egal ob Tisch- oder Computerspiel, vertraut sind, sodass ein Mancala-Spiel auf den ersten Blick unspektakulär erscheint. Ist es aber nicht.
Sie lernen jetzt zwei Spiele der Mancala-Familie kennen, Awale und Kalaha.

Awale

Das Spielfeld besteht aus zwei Reihen mit jeweils 6 Mulden, eine Reihe pro Spieler. In jede Mulde werden vor Spielbeginn vier Spielsteine gelegt. Der Spieler, der am Zuge ist, wählt eine seiner Mulden und verteilt alle Spielsteine, die darin liegen. Die Steine werden entgegen dem Uhrzeigersinn herum verteilt und in jede der folgenden Mulden wird ein Stein gelegt.

Ist die letzte Mulde, in die ein Stein gelegt wird, eine Mulde aus der gegnerischen Reihe, wird gezählt, wie viele Steine diese Mulde dann enthält. Liegen in der Mulde zwei oder drei Steine, erhält der Spieler, der am Zuge ist, alle Steine aus dieser Mulde. Danach wird die davor liegende Mulde genauso überprüft.

Es wird so weit zurück gegangen, bis man auf eine Mulde trifft, die weniger als zwei bzw. mehr als drei Steine enthält. Oder man trifft auf eine eigene Mulde, weil die gegnerische Reihe zu Ende ist. In beiden Fällen ist nun der andere Spieler am Zug. Gewinner des Spiels ist, wer am Ende die meisten Steine im Besitz hat.

Kalaha

Kalaha ist wahrscheinlich die bei uns bekannteste Variante der Mancala-Spiele. Im Unterschied zu Awale gibt es bei Kalaha eine Gewinnermulde, die Kalaha. Auch hier werden vor Spielbeginn die Mulden beider Reihen mit Steinen gefüllt. Das können drei oder mehr Steine sein. Je mehr Steine, desto komplexer das Spiel.

Der erste Spieler entnimmt aus einer eigenen Mulde die Steine und verteilt sie gegen den Urzeigersinn in die folgenden Mulden. Die eigene Gewinnermulde, recht der eigenen Reihe gelegen, wird auch verwendet, die gegnerische Gewinnermulde dagegen nicht. Fällt der letzte der zu verteilenden Spielsteine in die eigene Gewinnermulde, darf der Spieler auch die folgende Runde spielen.

Kann ein Spieler nicht mehr ziehen, was der Fall ist, wenn alle eigenen Mulden leer sind, ist das Spiel beendet. Der Gegner wird dann auch die Mulden seiner Reihe leeren und in seine Gewinnermulde legen. Die Spielsteine werden ausgezählt, wer mehr Steine hat, hat das Spiel gewonnen. Ein Unentschieden ist möglich.

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